Sportlich nehmen – wer sich einer Sache verschreibt, entspricht der Neigung und bekennt sich zur Pflicht [?]

„Nimm’s sportlich …“ lautet eine gängige Aufmunterung wenn es um Enttäuschung, um Zu­rückweisung, um Streit, um vermeintliches Unrecht geht. „Sportlicher“ Sichtweise stehen geregelte Erwartungen als Anforderungsmuster des Parcours und der Kür zur Verfügung: Geregelte Pflicht und die Regelung der Neigung sozusagen.

Den geregelten Erwartungen kommt das Prädikat „enttäuschungsfest“ zu.

Bedeutet dies, sich der Verantwortung im Interesse einer Sache [sportlich] zu stellen, indem willentlich enttäuschungsfeste Haltung eingenommen und beibehalten wird?

Kommen – sportlich genommen – Anforderungen zwischen Pflicht und Neigung ohne Hinter­fragen nach Wille … Willkür … unwillkürlich aus?

 

Dem komplexen Regelwerk des Parcours stellen sich Sport Treibende und Spielende – frei­willig, ehrgeizig, erfolgsorientiert. Präzise vorgegebene Hindernisse [Schikanen] in Verbindung mit präzisen Regeln zur Bewäl­tigung der abgesteckten Strecke gestalten den sportlichen Wettstreit.

Dem verbindlichen sportlichen Leistungsstreben ähnlich laden Karten- und Brettspiele ein, spielerischem Ansporn zu folgen.

Geregelte Schikanen sportlich „zu nehmen“ spornt an, sich selbst mit vergleichbar Motivierten im Wettstreit zu erproben, sich solchermaßen gewürdigt zu sehen.

 

Die Herausforderung der Kür begründet sich auf die Akzeptanz der Pflicht, nämlich der „Schi­kanen“ des Parcours und das kompetente Umgehen mit dem Gesamtregelwerk. Anders als das verpflichtend vorgegebene Bewältigungsschema zeigt sich – variiert entworfen – kreative Bewältigung der vorgegebenen Elemente und Strecken.

Die Kür resultiert aus individuell entwickelter Befähigung. Der Zweck, Fertigkeit, Leistungsbe­reitschaft sowie die Auseinandersetzung mit Hindernissen und Regeln individuell kreativ im Wettstreit zu bewältigen, wirbt um Würdigung.

Und wenn sich das Regelwerk mit den Schikanen, den präzise vorgegebenen Regeln und Strecken als beengend oder individuell unpassend erweist? Wenn auch eine Kür nicht gelingt – willkürlich oder unwillkürlich die Schikanen nicht zu nehmen sind? Ist dann der Wille, die Neigung zu überdenken, sich aus der Pflicht zu lösen, akzeptabel? Soll es dann die Akzeptanz als Ausdruck von Respekt für willentliche Entscheidung sein  oder das Pflegen weiterer Muster wie Zuweisung, Unterstellen, Distanzieren?

Ein vormals maßgeblicher Verfassungsrechtler gab einmal den Hinweis auf die Möglichkeit der „fall­weisen Erfindung anständigen Verhaltens“. Wie dies gehen soll, umriss er nicht mit dem Hin­weis auf Regelwerke, sondern mit dem Grundsatz, „den Geist im Apparat selbst zur Geltung zu bringen“.

 

Zur weihnachtlichen Kür, nicht nur die Ernährung sicher zu stellen, sondern Leckereien und feines Essen anzubieten und zu genießen sowie neben der alltäglichen Grundversorgung für die Nächsten besondere Aufmerksamkeiten zu  verschenken, sende ich die besten Wün­sche.

Am ersten Advent 2017  –  Hannelore Haupt

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