Das Verzeihen

Verzeihen bedeutet nicht, zu entschuldigen.

Im Unter­schied zum Entschuldigen ist das Verzeihen eine rela­tiv wertfreie Angelegenheit.

 

Mit dem Verzeihen erfolgt kein „Freisprechen“ von einer vorher zugewiesenen Schuld, sondern der Ver­zicht, jemanden einer Eigenschaft, einer Tat, einer Handlung zu bezichtigen.

Selbst als nicht attraktiv gewertete Wesenszüge eines zum Beispiel geliebten, geachteten, verehrten Men­schen gelten als „verzeihlich“ – sofern das Wesen der Person ins­gesamt ein­leuchtet.

 

Verzeihen bedeutet nicht, die Schuld einer anderen Per­son festzustellen um dann trotz der festgestellten Schuld des Gegenübers, des Mitmenschen, sozusa­gen gnädig mit dieser Per­son umzugehen.

 

Verzeihen ist, in Unterscheidung zum Entschuldigen, eine Person im Ganzen zu akzeptieren, Abstriche zum Beispiel in Bezug auf deren Verhalten und Handeln in Kauf zu neh­men;

Entschuldigen ist, in Unterscheidung zum Verzeihen, eine Person trotz erkennbarer bezie­hungsweise zuge­wiesener Schuld zu tolerieren.

Wer weiß es anders, besser, angemessener?

 

H.H., Februar 2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*