Loslassen können – das gewisse Etwas und das Spektrum der gewissen Extras

Bezaubert sein von einem gewissen Etwas und in der Folge den Blick, die Sinne, nicht abwen­den zu können, erschwert gedankliches, emotionales Los-Lassen. Das Los-Lösen, der Abschied vom Objekt, vom Bild, von der Person löst Bedauern aus.

Das bezaubernde gewisse Etwas bezaubert selbst in der Erinnerung – wenn auch von Bedau­ern we­gen Verlust und vergangener Freude begleitet.

 

Ganz anders der reuevolle wie auch der nachträglich kontrollie­rende Blick zurück auf Gewesenes. Dieser Rückblick ist geeignet, unmittel­barer Nachbar zum Gewissen zu sein:

Gedankliche Beschäftigung mit Ge­wesenem, Verlassenem, Aufgegebenem, Auf­gelöstem rückt un­beachtet Gebliebenes, leicht­fertig Über­sehenes so­wie als nicht erledigt Emp­fundenes in den Fokus, kann Reue und auch Ängste aus­lösen.

Zweckbezogener Erfolg einer Handlung, flankiert von Extras aus Machenschaften und Win­kelzügen zum Erfolg gebracht, birgt hinter der schönen Zweckerfüllung dauerhaft das Spekt­rum der gewissen Extras:

Dem Blick zurück derjenigen, die solchermaßen er­folgreich ihren Zweck erreichen konnten, bietet sich neben dem Erfolg das gesamte Spektrum der Machenschaften und Winkelzüge.

Übeltäter zum Beispiel kommen nicht unbedingt tat­sächlich an den Tatort zurück, jedoch gedanklich zur Tat, auf mögliche verbliebene oder entste­hende Umstände, die den Erfolg ihrer Handlung und Täterschaft zeigen – auf Hinweise zu den gewissen Extras, die zum Erfolg der Tat verholfen haben.

 

Der nachträgliche Blick zurück auf die gewissen Ext­ras einer Handlung gilt dem Zweck der Kontrolle, dem Zweck, dominant in das Bewusstsein rückende Extras zu entsorgen.

Abstand und Zäsur anzustreben, indem das Spektrum der gewissen Extras durch offen gelas­sene Hintertür­chen entsorgt werden soll, zeitigt er­neut zweckbe­stimmte Anstrengung – An­strengung auf einen weite­ren sich ergebenden angezielten Er­folg bezogen.

 

Die Vorstellung, ein innerer Mitwisser interes­siere sich für Verhalten und Hand­lungen aller Menschen galt im antiken Griechenland. Heute spre­chen wir vom Gewissen und in diesem Zusammenhang vom Wesen einer Person und deren Handeln.

Die heutige Vorstellung vom Wesen einer Person oder einer Handlung beschreibt im We­sentlichen [!] grundlegende Eigenschaften der Person sowie grundlegende Be­schaf­fenheit der Handlung.

 

Wenn im alten Griechenland der innere Mitwisser „sei­nen“ Menschen bei den Göttern ver­petzte oder lobte, „wussten“ die Götter, wel­che göttliche Reaktion jeweils angemessen er­schien:

Inneres, „göttliches“ Wissen – dies dürfte in der Antike nicht anders gewesen sein, als in der heutigen Zeit – verlieh dem inneren Mitwisser Ausdauer, um Erinnerung an das gewisse Etwas zu hegen sowie das Spektrum der gewissen Extras anhaltend zu pflegen.

Das Wesen des Menschen an Los-Gelassenem, an Gewe­senem [!] gemessen zeigt: Das Wesentli­che bleibt in jeder Hinsicht grundlegend erhalten. Ent­wicklung ebenso wie Fortschreibung sind lediglich ge­eignet, Wesentliches zu verstärken, beziehungs­weise abzu­schwä­chen oder [„wie verhext“?] mit weiteren Extras zu verse­hen um einen weite­ren Zweck zu erfüllen.

 

H.H., Januar 2018

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